Als Paul sich mit seiner Frau endlich den Traum vom eigenen Haus erfüllt hat, durfte er sich glücklich schätzen, das bereits ein Glasfaser-Anschluss vorlag. Kaum auf Verixox gechecked, welche Anbieter zur Wahl standen, mussten sie jedoch schnell feststellen, dass momentan kein Weg an der Wemag vorbei führen würde. Eine Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen begann.
Das Grundproblem
Auf den ersten Blick scheint das Angebot der Wemag gar nicht schlecht zu sein. Nachdem man sich für einen Tarif entschieden hat (was ist bloß aus den Internetpreisen von 2010 geworden?) stellt dich die Wemag (stand März 2026) vor die folgenden Optionen:
a) Kauf dir einen vorkonfigurierten Router zum Vorteilspreis von 299€
b) Miete dir einen Router für 7€ im Monat (mind. 168€ bei 24 Monaten Mindestlaufzeit)
c) Nimm deinen eigenen Router.
Um die Bereitstellungskosten von 69€ kommt man dann ohnehin nicht rum, unabhängig von der gewählten Option.
Falls man, so wie ich, keinen Fritz-Router verwenden möchte, bleibt nur noch Option C). Man ist ab sofort weitestgehend auf sich selbst gestellt. Alle Anforderungen an das eigene Setup befinden sich zwar irgendwo auf der Website der Wemag, aber sind sehr versteckt. Außerdem wird gedroht, dass bei Verzicht auf einen Router von Wemag Mehrkosten durch einen Medienwandler entstehen könnten. Naja.
Der Witz rund um den Medienwandler
Wenn man ein wenig durch das etwas verzweigte System der Website der Wemag navigiert, stößt man irgendwann auf die Anforderungen, die ein Medienwandler erfüllen muss, um im System der Wemag zu funktionieren.
Die Anforderungen an den Medienwandler sind also die folgenden:
– Active Fiber Standard: AON (Active Optical Network, Aktives Optisches Netzwerk)
– Wellenlänge: TX 1310nm, RX 1490nm – 1550nm (Transmitter – Ausgehendes Licht)
– Abnahmestelle: 1000BASE-BX20-U für SFP Modul
Am verwirrendsten waren dabei für mich als Laien die Aussage „Transmitter – Ausgehendes Licht) und die Abnahmestelle für das SFP-Modul, das man so im freien Web unter dieser Bezeichnung so gut wie gar nicht finden kann.
Aber der absolute Knaller ist der Beispiel-Medienwandler, der auf dieser Seite genannt wird:
Zyxel FMG3005-R20A ist so gut wie nirgendwo in Deutschland bestellbar und obendrein horrend teuer.
Nach gefühlt 30 Stunden Konversation mit ChatGPT, um das Prinzip Glasfaser, AON, TX, RX und Co. besser zu verstehen, hatte ich meinen Medienwandler wie folgt zusammengestellt:
– TP-Link MC220L für16€
– TP-Link TL-SM321B für 17€
Schließlich kam der Tag der Freischaltung meines Internets. Der Termin wurde mir dazu eine Woche vorher mitgeteilt. Als ich dann meinen Medienwandler angeschlossen hatte, bekam ich aber kein Licht an der entsprechenden Leuchte meines Medienwandlers. Ich meldete mich bei der Wemag, ob die Freischaltung geklappt hat (da ich mir noch unsicher war, ob mein Setup richtig war). In einer recht nüchternen E-Mail verwies man dann aber nur auf die Nachricht zur Freischaltung zum Tag X.
Ich bestellte dann noch zwei andere BIDI-Module, die aber ebenfalls kein Licht brachten.
Nach diversen Telefonaten mit der Wemag nach den korrekten Spezifikationen für den Medienwandler (denen meistens geschickt ausgewichen wurde), sagten sie, man müsse wohl mal einen Techniker vorbeischicken. Das würde aber kosten, wenn der Fehler auf meiner Seite läge.
Als letztes Resort tauschte ich dann noch das Patch-Kabel aus, das von Anfang an an der Abgabestelle im Haus steckte und zack: Da war das Licht. Der Medienwandler funktioniert.
Der Struggle mit der Internetverbindung
Nachdem also das Signal da war, musste nun als nächstes nur noch der Router konfiguriert werden. Leider ging die Odyssee genau hier weiter. Ich habe mir einen TP-Link Deco BE25 gegönnt, weil das Gerät einerseits eine gute Performance zu liefern schien, gut aussieht und außerdem ein gutes Mesh-WLAN aufbauen soll.
Jetzt wurde es wieder tricky: Um das Glasfaser-Netz der Wemag zu nutzen, brauche ich einen Router, der PPPoE-Einwahl zulässt und weil zugleich als primäres Internet-Protokoll lediglich IPv6 bereitgestellt wird (was aber als standalone für eine Vielzahl von Websites und Webanwendungen aktuell noch nicht ausgereift ist),benötigt man also zwingend einen Router, der IPv4-Anfragen über DS-Lite tunneln kann.
Diese Information habe ich aber weder auf der Website gefunden, noch auf konkrete Nachfrage per Mail bekommen. Auf meine Frage hin, ob für meinen Anschluss DS-Lite korrekt aktiviert ist oder mir alternativ ein Dual-Stack-Zugang bereitgestellt werden könnte, bekam ich lediglich als Antwort kurz und knapp (ohne Einleitung) folgendes:
Sie haben die Möglichkeit eine feste IP-Adresse zu buchen. Die Kosten hierfür liegen bei 2,99€ im Monat.
Hier habe ich dann auch aufgegeben. Ich hatte keine Lust mehr, auf meine ordentlichen Fragen keine fundierten Antworten zu bekommen und die blöde feste IP-Adresse gebucht. Es dauerte dann noch einmal 4 Tage, bis der Brief mit den Daten eingeflattert ist.
Long Story Short: Jetzt funktioniert’s, aber für einen Laien wie mich war der Weg dahin sehr anstrengend, nervig und frustrierend. Vielleicht hilft dieser Eintrag ein wenig, auch ohne die Hilfe der Wemag sein eigenes Setup aufzubauen. #Fritzboxensindhässlich
Paulsen ist Marketing Manager und schreibt für sein Leben gern. 99% des Contents auf der Seite stammt aus seiner mittlerweile schon brüchigen Feder.

